Category Archives: Latinoamérica

Manifiesto Liminar, Cinco Versiones

Eine beeindruckende und ganz wunderbare Initiative ist die Neuherausgabe des historischen “Manifiesto Liminar” zur Universitätsreform von 1918 in Córdoba, Argentinien, als Open-Access-Publikation.

Die Festschrift Manifiesto Liminar, Cinco Versiones enthält neben dem spanischen Original die von KollegInnen der Übersetzungswissenschaften an der Universidad Nacional de Córdoba (Área de Traducción – Centro de Investigaciones Facultad de Lenguas, ATRA) erstellten Übersetzungen des Textes ins Deutsche, Französische, Englische, Italienische und Portugiesische.

Ganz zurecht schreibt der Verlag Editorial Facultad de Lenguas in seiner Ankündigung, es handle sich bei dieser Publikation um “mehrfache Stimmen für einen Text, der gegen eine als ungerecht empfundene Ordnung und für eine neue Form des universitären Zusammenlebens kämpft.”
Über diesen Link ist das Buch als PDF abrufbar: https://rdu.unc.edu.ar/handle/11086/6289


Advertisements

Besser leben: Bad habits – Schlechte Angewohnheiten

Schlechte Angewohnheiten – Eine Anthologie 1750–1900

Herausgegeben von Bernhard Kleeberg

Berlin: Suhrkamp 2012 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)

ISBN: 978-3-518-29602-8

[Verlagstext:]

Sie sind arbeitsscheu und abergläubisch, bilden sich nicht und zeugen zu viele Kinder, sie spielen, trinken und rauchen: Solche und ähnliche Qualifizierungen vermeintlich typischen Verhaltens der »anderen« – seien es Angehörige fremder Ethnien, Nationen oder der Unterschicht – verbinden sich häufig mit dem Hinweis, hier seien schlechte Angewohnheiten zur zweiten Natur geraten. In Kontexten der Fremd-, aber auch der Selbstdisziplinierung dienen »schlechte Angewohnheiten« der Markierung von Grenzen: der Willenskraft, der sittlichen Reife, der Klasse oder gar der Zivilisation, legitimiert unter anderem über wissenschaftliche, religiöse oder politische Wahrheitsinstanzen. Diese kommentierte Anthologie entfaltet die Wissensgeschichte dieser äußerst einflußreichen Diskursfigur anhand paradigmatischer Texte unter anderem von Montesquieu und Hume, Salzmann und Knigge, Lombroso und Ortiz.


Neues vom Fluss: Anthologie in Germersheimer Übersetzung

Im Umfeld des Argentinien-Schwerpunkts der Frankfurter Buchmesse 2010 hat sich die Abteilung Spanisch/Portugiesisch des FTSK an der Übersetzung einer Anthologie junger SchriftstellerInnen aus der La-Plata-Region beteiligt.

Neues vom Fluss. Junge Literatur aus Argentinien, Uruguay und Paraguay wurde von Timo Berger herausgegeben und ist im Berliner Verlag Lettrétage erschienen.

Die Übersetzung der 27 in dem Band versammelten Erzählungen wurde von 29 Studierenden des FTSK besorgt. Koordiniert wurde das Projekt im WiSe 2009/10 und SoSe 2010 von Dr. Eva Katrin Müller und Dr. Marcel Vejmelka.

Weitere Informationen auf den Seiten des FTSK.


Metropolen im Maßstab

UMS905kumediHalter.indd

Achim Hölter, Volker Pantenburg, Susanne Stemmler (Hg.):
Metropolen im Maßstab. Der Stadtplan als Matrix des Erzählens in Literatur, Film und Kunst

Juni 2009, 352 S., kart., zahlr. Abb., 29,80 €
ISBN 978-3-89942-905-3
Reihe Urbane Welten – [zum Verlag]

Über das Buch
Stadtpläne übersetzen den dreidimensionalen urbanen Raum in eine zweidimensionale Fläche. In der Verschränkung von Bild, Text und topographischen Daten sind sie ein anschauliches Beispiel für die »Textualität des Raumes«. So generieren Stadtpläne in den unterschiedlichsten Medien innovative Erzählformen.
Aus literatur- und kulturwissenschaftlichem Blickwinkel stellt »Metropolen im Maßstab« die Kartographien von Bleston, Berlin, Paris, London, Istanbul, Los Angeles, New York, Montréal, Havanna sowie Cuzco, Abancay und Chimbote in Peru ins Zentrum und betrachtet ihre Übersetzungen in künstlerische Artefakte. Am Leitfaden von Text-, Bild- und Filmlektüren ergibt sich ein Panorama aktueller raumtheoretischer und urbanistischer Diskurse.

INHALT
ACHIM HÖLTER / VOLKER PANTENBURG / SUSANNE STEMMLER – Metropolen im Maßstab
ACHIM HÖLTER – Zur Einführung ein Fritz Lang-Film
CHRISTIAN MOSER – Flanieren mit dem Stadtplan? Literarische Peripatetik und die Kartographie der Großstadt
ANGELIKA CORBINEAU-HOFFMANN – Stadt-Plan – Text-Plan? Über Kartographie, Écriture und ›mental mapping‹ in der Parisliteratur 1781 bis 1969
JÖRG DÜNNE – Zwischen Kombinatorik und Kontrolle: Zur Funktion des Stadtplans in Jean-Pierre Melvilles Le Samouraï
NILS PLATH – Zeit/Stadt/Plan. Zum Erzählen von urbanen Topographien bei Uwe Johnson
EKKEHARD KNÖRER – »Man muss beweglich bleiben.« Sehen und Gehen in Jacques Rivettes Le Pont du nord
LAURA FRAHM – Zwischen Topographie und Topologie: Los Angeles Plays Itself
VOLKER PANTENBURG – A to Z. Zum Einsatz von Stadtplänen in der Konzeptkunst
ANKE BIRKENMAIER – Der Dichter in New York. Federico García Lorca als surrealistischer Flaneur
ANDREAS MAHLER – Imaginäre Karten. Performative Topographie bei Borges und Réda
MARCEL VEJMELKA – Triptychon der Städte. Cuzco – Abancay – Chimbote bei José María Arguedas
DOROTHEA LÖBBERMANN – Pläne von Städten, Pläne von Texten: Die kartographische Imagination von Robert Majzels und Karen Tei Yamashita
SUSANNE STEMMLER – Stadtplan als Autobiografie. Orhan Pamuks melancholischer Blick auf Istanbul
ACHIM HÖLTER – Kein Erzählen ohne Stadtplan. Um Michel Butor herum
ROBERT STOCKHAMMER – Das Diese. Georges Perecs Lust an der Ortung